About

“In all things of nature there is something of the marvelous.” Aristoteles

Kerstin Grobler [KUGA] ist eine zeitgenössische Künstlerin, deren Fokus auf der expressionistischen Malerei liegt.

Aufgewachsen im Oberallgäu. Naturwissenschaftliches Studium mit Diplom/Promotion, Berufstätigkeit in der Pharma-Branche. Langjährige Auslandsaufenthalte in den USA, der Schweiz und den Niederlanden. Als freischaffende Künstlerin seit 2007 in Düsseldorf tätig – zeitweise in der Schweiz. Geförderte Künstlerin der Stadt Düsseldorf.

 

Künstlerische Ausbildung 

Diplom Freie Akademie für Malerei, Düsseldorf, 2019 bei Jens Kilian

Sommerakademie bei Prof. Markus Lüpertz (jährliches Weiterbildungsseminar seit 2018) an der Akademie für bildende Kunst, Kolbermoor,
Seminare/Workshops bei Prof. Qi-Yang, Michiel Hertroys/NL, Axel C. Gross, Hetty Krist u.a.

 

Ausstellungen

in Deutschland und im Europäischen Ausland in Galerien, auf Internationalen Kunstmessen sowie in einigen Museen.

 

Malreisen

Ahrenshoop, Provence, Sizilien, Lombardei, Mallorca, Bretagne.

 

Technik und Stil

vorzugsweise Farb-Pigmente auf  speziell grundierten und ungrundierten Leinwänden; abstrakter Expressionismus.

 

About Kerstin Grobler Ausstellung Mailand 2025

Die Ausstellung versammelt eine Auswahl von vierundzwanzig Werken der Künstlerin, die in diesen Arbeiten die Dynamik, die Formen und die Anregungen der Natur durch eine abstrakte Sprache neu interpretiert.

Weit davon entfernt, das Reale zu imitieren, fangen die Werke der Ausstellung das Wesen der natürlichen Welt ein, indem sie es in lebhafte, lebendige Farben verwandeln, die im Kontrast zu den ruhigeren, ruhig geatmeten Tönen stehen, wobei sich helle und dunkle, fließende Formen mit dichteren Hintergründen abwechseln. Mit Pinselstrichen und Formen synthetisiert Grobler Land-, Luft- und Wasserlandschaften und evoziert das unsichtbare Pulsieren des Lebens im Untergrund und an der Oberfläche.

Jedes Werk lädt den Besucher ein, sich auf eine emotionale und kontemplative Reise zu begeben und den Zauber zu entdecken, der sich in den unmerklichsten Details unserer Welt verbirgt. Dieses Konzept beruht auf der Fähigkeit des Menschen, selbst in den scheinbar chaotischsten Phänomenen Muster, Emotionen und Bedeutungen zu erkennen und den subtilen Zauber hinter Formen, Farben und Texturen zu enthüllen. Ein abstraktes Werk, das von der Natur inspiriert ist, versucht nicht, sie darzustellen, sondern ihr Wesen wiederzugeben: Die unendliche Möglichkeit der Interpretation wird selbst Teil des Zaubers. Jeder Betrachter liest etwas anderes; jeder assoziiert die Bilder mit Erinnerungen, mit einzigartigen Erfahrungen.

In der Natur ist nichts wirklich zufällig, auch wenn das Design komplex und unvorhersehbar ist. Die abstrakte Kunst spiegelt dies wider, indem sie die den organischen Strukturen innewohnende Schönheit zusammenfasst. Diese Eindrücke in der Malerei zu destillieren, ist das Ziel von Kerstin Grobler.

Für die Künstlerin bedeutet die Verwendung von Pigmenten, Farbe als Urenergie zu empfinden. Farbe ist nicht mehr nur eine visuelle Qualität, sondern eine Schwingung, die mit der Erinnerung an die Erde, das Mineralische, das Pflanzliche pulsiert. Sie offenbart die besondere Verbindung zwischen Natur und Abstraktion, als Ergebnis eines Dialogs zwischen der sichtbaren Welt und unseren inneren Tiefen, einer Verzauberung, die sich in ihrer ganzen Schönheit nur demjenigen offenbart, der frei ist von starren und vorgefertigten Mustern und Interpretationen.

Kerstin Grobler lebt in Deutschland und arbeitet gelegentlich in der Schweiz. Sie wuchs am Rande der Alpen in Bayern/Deutschland auf. Sie hat einen Abschluss in Naturwissenschaften. Nach langen Aufenthalten in den Vereinigten Staaten, der Schweiz und den Niederlanden zog sie nach Düsseldorf. Schließlich folgte sie ihrer inneren Berufung und begann eine professionelle Kunstausbildung. 2019 schloss sie ihr Studium an der Freien Kunstakademie in Düsseldorf ab. Sie besucht regelmäßig die Kunstkurse von Prof. Markus Lüpertz, um sich intensiv mit ihren Werken auseinanderzusetzen.

Ihre Bilder wurden national und international in europäischen Ländern in Galerien, Museen und auf internationalen Kunstmessen ausgestellt. Es wurden mehrere Kataloge veröffentlicht.

Groblers Lieblingsthema ist die Natur in all ihren Facetten. Die Inspirationen für ihre Bilder entstehen direkt vor ihren Augen während ihrer Studienreisen in Europa, im Mittelmeer- oder Atlantikraum, in der warmen Provence, den Alpen oder den trockenen Landschaften Skandinaviens.

Stefania Carrozzini

 

 

 

About Kerstin Grobler von Mathias Beck

 

Ich denke an nichts, wenn ich male,
ich sehe Farben.
Paul Cézanne

Paul Cézanne:

Veränderte die Art und Weise, wie Bilder komponiert wurden. Er betonte die Struktur und die geometrischen Grundformen in seinen Gemälden und verzerrte die Perspektive, um ein neues Verständnis von Raum und Form zu schaffen.
War ein Meister der Farbgebung und Textur. Er verwendete Farbe nicht nur, um Objekte darzustellen, sondern auch, um ihre Tiefe und Dimension zu betonen. Seine subtile Verwendung von Farbvariationen verlieh seinen Gemälden eine einzigartige Atmosphäre und Tiefe. War bekannt für seine Darstellungen von Landschaften. Er hatte eine tiefe Verbundenheit zur Natur und versuchte, die Essenz dessen einzufangen, was er sah, indem er Formen und Farben vereinfachte und gleichzeitig ihre Schönheit und Kraft hervorhob.
Hatte einen enormen Einfluss auf die moderne Kunst des 20. Jahrhunderts. Seine Experimente mit Form, Farbe und Perspektive inspirierten zahlreiche Künstler und Kunstbewegungen, darunter den Fauvismus, den Kubismus und den Expressionismus.
Insgesamt hat seine Malerei die Kunstwelt nachhaltig geprägt und seine innovativen Ansätze und Techniken haben Generationen von Künstlern beeinflusst.
Benutzte Farbe nicht nur, um die äußere Erscheinung von Objekten darzustellen, sondern auch, um ihre räumliche Struktur und ihre Beziehung zu ihrer Umgebung zu erfassen.

Er modulierte die Farben subtil, indem er verschiedene Schattierungen und Töne verwendete, um Licht und Schatten zu erzeugen und die Formen von Objekten zu betonen.

Ernst Wilhelm Nay:

War bekannt für seinen Einsatz von Farbe und Form, um abstrakte Kompositionen zu schaffen, die oft keine erkennbaren Gegenstände darstellen, sondern vielmehr eine abstrakte visuelle Sprache nutzen, um Emotionen und Ideen auszudrücken.
War in diesem Sinne weniger daran interessiert, die äußere Welt abzubilden oder eine illusionistische Tiefe zu erzeugen.
Setzte Farbe ein, um Tiefe und Raum in seinen Bildern zu erzeugen, wenn auch auf eine abstraktere Weise als Cézanne.
Experimentierte mit Farbkontrasten und -modulationen, um visuelle Spannungen und Bewegungen zu erzeugen, die die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zogen und ihn in das Bild hineinziehen konnten.

Farbmodulation:

Bezieht sich auf die Verwendung von Farbe, um Volumen, Tiefe und Raum in einem Gemälde zu erzeugen. Schafft eine illusionistische Tiefe auf der Leinwand, die es dem Betrachter ermöglichte, in das Gemälde einzutauchen und eine räumliche Dimension zu erleben. Anstatt Farben einfach zu verwenden, um Formen zu füllen, nutzte man sie, um die Struktur und das Volumen der dargestellten Objekte zu definieren. Sie ermöglichte eine neue Bildsprache, die nicht nur die äußere Welt abbildete, sondern auch eine tiefere Wahrheit über ihre Struktur und ihre Beziehung zum Betrachter offenbarte.

Die Natur ist immer dieselbe, aber von ihrer sichtbaren Erscheinung bleibt nichts bestehen.
Unsere Kunst muss ihr das Erhabene der Dauer geben, mit den Elementen und der Erscheinung
all ihrer Veränderungen.
Die Kunst muss ihr in unserer Vorstellung Ewigkeit verleihen. Was ist hinter der Natur?
Nichts vielleicht. Vielleicht alles.
Paul Cézanne

Wohl seit den Anfängen ihres künstlerischen Schaffens setzt sich die Malerin auch mit Landschaft auseinander. Dabei dient ihr die Landschaft gleichsam als Memorial, als Erinnerungsbuch, mit dessen Hilfe sie malend erforscht, was im Gedächtnis bleiben könnte, sollte, bleibt. Sie sucht die Idee zu verkörpern, die sich an die Erinnerung von Landschaft knüpft, ohne mit ihrem Pinsel realistische Ansichten zu entwerfen. Es sind vielmehr Schattenbilder, unscharfen Erinnerungen vergleichbar. Was bleibt, sind Farbgebilde und Landmarken, die Energien schaffen, die uns in die Bildwelt der Malerin hineinziehen und uns gleichsam einen Anhaltspunkt gewähren, von dem aus man sich an eine bestimmte Landschaft erinnern kann.

Für mich ist Kerstin Grobler eine, die das Malerische als Meditationsfläche und Meditationsspiegel, den großen ruhigen Atem, Traum und Ahnung erkundet. In ihren Bildern zeigt sie, dass große Gefühle immer auch mit Behutsamkeit unterlegt sein wollen, sonst bleiben sie unreif. Dabei arbeitet sie in diesen Bildern mit Rhythmus und schafft aus Farb- bzw. Hell-Dunkel-Flächen einer erinnerten Landschaft tänzerische bis verspielte bis luftige, monolithische bis gravitätische bis dramatische und präzise bis ahnungsvolle Tafelbilder. Diese Bilder sollen auch denken oder denken lassen, wenn auch grundsätzlich heiter und gelassen gestimmt. Dadurch, dass Kerstin Grobler diesen Spagat zwischen Behutsam und Bestimmt beherrscht, entsteht erst dieses leichte Ein- und Ausatmen, mit dem uns ihre Bilder begegnen.

Es geht also um erlebte, nicht gegenwärtige Landschaft. Erlebte Landschaft statt gegenwärtige Landschaft bedeutet, dass uns Kerstin Groblers Bilder emotional aufgeladen und für sich selbst ganz eigene Präsenz einfordernd begegnen. Auch wenn die Titel oft auf bestimmte Orte verweisen, so unmöglich ist es, sozusagen Postkartenmotive herauszulesen.

Erlebte Landschaft in dieser Malweise – um noch kurz zu diesem Aspekt etwas zu sagen – bedeutet auch, ihren Arbeitsansatz, ihre intellektuelle Position als Künstlerin betrachtend, dass Sie zum Hinsehen als Mitempfinden zwingen will. Kerstin Grobler sucht intellektuelle Überwältigung, und damit folgt sie Paul Cézanne oder Ernst Wilhelm Nay. Ihre Kunst ist also: Die Natur, gesehen durch ein starkes Temperament.

Mathias Beck (2024)